Cuarteto Casals

5. Mai 2017, 20 Uhr

Weiden, Max-Reger-Halle

Instrument / Musiker
Violine

Abel Tomàs Realp
Vera Martínez Mehner

Viola

Jonathan Brown

Violoncello

Arnau Tomas

Komponist / Werk
Wolfgang Amadeus Mozart
Streichquartett B-Dur, KV 458 „Jagdquartett“
Béla Bartók
3. Streichquartett
Johannes Brahms
3. Streichquartett B-Dur, op. 67

Ein spanisches Streichquartett von Weltgeltung ist das Cuarteto Casals. 1997 wurde es in Madrid gegründet. Seit der Auszeichnung mit jeweils ersten Preisen der London String Quartet Competition (2000) und des internationalen Brahms-Wettbewerbs in Hamburg (2002) ist das Quartett regelmäßig in den größten Konzertsälen der Welt zu Gast. Inzwischen entstand eine umfangreiche Sammlung von CDs. Der Spezialpreis des Burletti-Buitoni-Trusts in London hat dem Ensemble den Erwerb eines zusammengehörigen Satzes besonderer alter Bögen ermöglicht, die die Musiker nun bei Werken von Purcell bis Schubert nutzen. Immer wieder hatte das Quartett auch die Ehre, den König von Spanien bei diplomatischen Besuchen zu begleiten und dabei auf den unvergleichlichen Stradivari-Instrumenten der Sammlung des königlichen Palasts in Madrid zu spielen. Jedes der vier Quartettmitglieder hat eine Professur an der Escola Superior de Musica de Catalunya inne und alle sind ebenfalls Gastprofessoren an der Musikhochschule Köln.

Am 5. Mai 2017 werden wir eines von den sechs Quartetten hören, die Mozart seinem verehrten Freund Josef Haydn gewidmet hat: das Quartett B-Dur, KV 458. Nach dem fröhlichen Hornsignal als Thema für den ersten Satz wird es das „Jagdquartett“ genannt. Besonders wundervoll ist das an Klangfarben reiche Adagio. Das Finale mit den drei einprägsamen Themen eifert satztechnisch seinem Vorbild Haydn nach.

Bela Bartók hat von 1908 – 1939  sechs Streichquartette geschrieben. Sie zählen zu  Bartóks Hauptwerken und markieren jeweils einen neuen Entwicklungsstand im Werk des Komponisten. Nach zwei Quartetten (1907 und 1915), die von folkloristischen Melodien und Tanzmotiven geprägt sind, schrieb Bartók mit seinem 3. Streichquartett (1927) ein Meisterwerk von kompromissloser Härte der Harmonik und Stimmführung. Bartók ging hier experimentell bis an die Grenzen der damaligen Avantgarde. Die Form verbindet im Sinne einer “Mehrsätzigkeit in der Einsätzigkeit” (vgl. Franz Liszts h-moll-Klaviersonate) vier Teile eines großen Satzes miteinander. Immer wieder erklingen verfremdete Volksmusikelemente (Bordunklänge u.ä.).

Erst mit 40 Jahren hat sich Joh. Brahms an die anspruchsvolle Gattung Streichquartett gewagt. Dem düsteren, leidenschaftlich erregten c-moll Quartett (op. 51/1) und dem sehnsuchtsvoll abgeklärten a-moll Quartett (op. 51/2) folgt mit dem 3. (und letzten) Streichquartett (B-Dur, op. 67) ein Werk von Brahmsischem Humor. Schon im 1. Satz wird das heitere 6/8 - Motiv immer wieder gegen einen 3/4 - Rhythmus gestellt.

Der 2. Satz ist wunderbar klangvoll mit einem rhapsodischen Mittelteil. Der 3. Satz ist ein Fest für jeden Bratscher, und das fein gearbeitete Finale ist ein Variationssatz, in dem gegen Ende das 6/8-Thema des Kopfsatzes wieder aufscheint und zu einem fröhlichen Abschluß führt.

Dr. Harald Roth

 

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