Yojo Christen

27. Oktober 2017, 20 Uhr

Max-Reger-Halle Weiden

Instrument / Musiker
Klavier

Yojo Christen

Komponist / Werk
Josef Haydn
Klaviersonate F-Dur, Hob XVI/23
Ludwig van Beethoven
Klaviersonate f-Moll, op. 57 „Appassionata“
Yojo Christen
„Die Zwitschermaschine“
George Gershwin
Rhapsody in Blue
Frédéric Chopin
Scherzo h-Moll, op. 20

Bereits 2012 hatten wir mit dem damals 15jährigen Yojo Christen ein Sonderkonzert vereinbart, das leider krankheitsbedingt ausfallen musste. Seitdem beobachten wir den Weg des inzwischen 20jährigen Pianisten und Komponisten und lesen von fabelhaften Rezensionen seiner CDs („... erinnert an Vladimir Horowitz“ STUTTGARTER ZEITUNG, „atemberaubend natürliche Musikalität und Fingerfertigkeit“ DER SPIEGEL, „... spielt mit dem Schwung und Furor des jungen Gulda“ DEUTSCHLANDFUNK). Seit seinem fünften Lebensjahr wird er unterrichtet von seinem Mentor Franz Hummel. Das Klavierspielen hat er VOR dem Notenlesen gelernt mit dem Argument, daß man „das Sprechen auch VOR dem Lesen lernt“. Das Komponieren war immer selbstverständlicher Teil seiner Ausbildung. Für seine Komposition „Irini“ erhielt Yojo als jüngster Teilnehmer beim internationalen Diabelli-Kompositionswettbewerb 2015 den zweiten Preis der Jury und den begehrten Publikumspreis (unter 126 Komponisten aus aller Welt).  Am 27. Oktober 2017 wird Yojo Christen nun sein damals ausgefallenes Konzert „nachholen“.

Josef Haydns reiches Klavierwerk steht in nichts seinen Streichquartetten und Symphonien nach, wird aber viel zu selten aufgeführt. Nicht atemberaubende Virtuosität sondern klassische Klarheit und Durchsichtigkeit des Klavierspiels sowie Darstellung vielfältiger Schattierungen erfordert das Spiel von Haydns Klavierwerken. Eine Perle unter den über 60 Sonaten ist die Sonate F-Dur von 1773. Gänzlich andere Qualitäten werden dem Pianisten bei Beethovens f-Moll-Sonate op. 57 „Appassionata“ von 1804 dem Pianisten abverlangt: höchste technische Anforderungen, extreme Kontraste zwischen leidenschaftlicher Erregung und romantischer Dunkelheit,  aufgewühlte Wildheit besonders in der tragischen Stimmung der Ecksätze. Damit einher geht ein sukzessives Aufbrechen der klassischen Sonatenform. Beethoven verlässt in dieser gewaltigen Sonate gleichsam klassischen Boden und wendet sich hin zur Romantik. Yojo Christen hat seine „Zwitschermaschine“ nach dem Bild Paul Klees bereits mit 12 Jahren geschrieben. Dominierende Triller prägen das farbige Werk, das seitdem mehrfach erweitert wurde. Ebenso hat Yojo eine hochvirtuose Bearbeitung von Gershwins „Rhapsodie in Blue“ für Klavier solo erstellt. Den Abschluss des Konzerts bildet Chopins rasantes h-Moll Scherzo op. 20.

Dr. Harald Roth

 

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