Münchener Kammerorchester

26. April 2020, 17 Uhr

Max-Reger-Halle Weiden

Instrument / Musiker
Klarinette

Sharon Kam

Leitung

Joshua Weilerstein

Komponist / Werk
Miroslav Srnka
„Overheating“ für Ensemble (2018)
Carl Maria von Weber
Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-Moll op.73
Felix Mendelssohn
Symphonie Nr. 4 A-Dur „Italienische“

Bereits viermal war das Münchener Kammerorchester Gast bei den Weidener Meisterkonzerten, zuletzt 2001 zum 40sten Geburtstag des Förderkreises für Kammermusik. Inzwischen hat das Orchester eine bemerkenswerte Karriere gemacht mit geradezu hymnischen Kritiken in der Presse. Besonders sein vitales Engagement für Neue Musik füllt eine Lücke im Kulturleben Bayerns. Diese „Edelmusikertruppe ... mit überragend präzisem Spiel“ (SZ) wird am Sonntag, 26. April 2020, um 17.00 Uhr erneut in der Max-Reger-Halle zu hören sein. Dirigent ist Joshua Weilerstein (der Bruder der grandiosen Cellistin Alisa Weilerstein), Solistin ist die Klarinettistin Sharon Kam, mit der wir bereits eine Reihe von wunderbaren Konzerten erleben durften. Diesmal ist sie Solistin im ersten Klarinettenkonzert (f-Moll) von Carl Maria von Weber. Weber war ein genuiner Opernkomponist. Solokonzerte gaben ihm die Möglichkeit, opernhafte „Gesangszenen“ für Instrumente zu schreiben. Sein f-Moll Konzert komponierte er 1811 für den Soloklarinettisten der Münchener Hofkapelle Heinrich Baermann im Auftrag des bayerischen Königs Max Joseph. Atemberaubende Virtuosität beherrscht die beiden Ecksätze. Beim langsamen Mittelsatz mit seinen Violin- und Flöten-Soli im Orchester und bei einem Choral mit gedämpften Hörnern tut sich die romantische Klangwelt des „Freischütz“ auf.

Seinem Ruf als Spezialistenensemble für Neue Musik wird das MKO gerecht mit einem Werk des 1975 geborenen tschechischen Komponisten Miroslav Srnka. 2016 hat die Bayerische Staatsoper seine Oper „Southpole“ unter großem Jubel des Premierenpublikums uraufgeführt. Ein neues Werk, „Overheating“ für Ensemble, wird zu Beginn des Konzerts erklingen. 2018 wurde es komponiert, die Uraufführung wird Ende Mai 2019 im Prager Rudolphinum mit dem Ensemble intercontemporain aus Paris stattfinden.

Mendelssohns „Italienische“ ist ein Geniestreich. Kaum ein Komponist des 19. Jahrhunderts schuf ein so helles und leichtes Orchesterwerk wie Mendelssohn in seiner vierten Symphonie. 1830 unternahm der 21jährige Mendelssohn eine ausgedehnte Reise nach Italien. Begeistert schrieb er nach Hause: „Überhaupt geht es mit dem Componieren jetzt wieder frisch. Die "italienische Sinfonie" macht große Fortschritte; es wird das lustigste Stück, das ich gemacht habe, namentlich der letzte Satz; fürs Adagio hab ich noch nichts Bestimmtes und glaube, ich will es mir für Neapel aufsparen.“

Die geforderte Leichtigkeit ist technisch nur mit größter Präzision darstellbar: Was für eine Aufgabe für das MKO!

Dr. Harlad Roth

 

NT Ticket