Das Klavierduo Tal/Groethuysen ist uns allen von vielen großartigen Konzerten wohl bekannt. Seitdem Andreas Groethuysen als Univ.-Prof. am Mozarteum in Salzburg die Leitung der Departements Tasteninstrumente und Kammermusik übernommen hat, bleibt weniger Zeit für das Konzertieren im Duo mit seiner Frau Yaara Tal. So hat die umtriebige Pianistin eine zweite Karriere begonnen. Sie tritt solistisch auf, sie ist Kammermusikpartnerin erstrangiger Instrumentalisten, sie sucht und findet vergessene Klavier-Werke, die sie in exzeptionellen Zusammenstellungen auf CDs einspielt (die CD „1923“ mit Werken aus den wilden Zwanzigern wurde mehrfach ausgezeichnet: “Prix Caecilia“ in Brüssel, „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“) und jetzt wird Yaara Tal am 13. November 2026 zusammen mit einem der bedeutendsten lyrischen Tenöre unserer Zeit, Christoph Prégardien, einen Liederabend gestalten. Wir haben Christoph Prégardien in bester Erinnerung von unserem denkwürdigen Projekt „Winterreise“ in der Saison 2013/2014. (Der Bariton Johannes Martin Kränzle hat damals die Originalfassung von Schuberts Winterreise zusammen mit Hilko Dumno am Klavier gegeben – inzwischen ist von deren Winterreise eine hoch gepriesene CD erschienen - und Christoph Prégardien hat die „komponierte Interpretation“ der Winterreise von Hans Zender gesungen, begleitet vom Instrumentalensemble „Contraste“ unter der Leitung von Kevin John Edusei.) - Ein wunderbares Liedprogramm erwartet uns: elf Lieder von Franz Schubert (darunter „Die Forelle“, „An Silvia“, „Wanderers Nachtlied“), die ausdrucksstarken „Lieder eines fahrenden Gesellen“ von Gustav Mahler und fünf zu Unrecht selten aufgeführte Lieder von Franz Liszt (darunter „Es war ein König in Thule“ und „Die Lorelei“).

Beim Rheingaufestival 2025 begeisterte uns ein junger russischer Pianist: Roman Borisov. Er spielte dort ein ausgesuchtes Programm abseits der gängigen Virtuosenliteratur mit überzeugend souveräner Musikalität und delikatester Anschlagskultur. Mit Freude war Borisov bereit, unsere spontane Einladung nach Weiden anzunehmen. Am 22. Januar 2027 dürfen wir ein exquisites Programm erleben: Beethovens Sonate op. 13 in c-Moll, die „Pathétique“, eines der bekanntesten Werke der Klavierliteratur, danach drei von den acht „Vergessenen Weisen“ op. 38 von Nicolai Medtner, einem viel zu selten gespielten russischen Komponisten (1879-1951), den Rachmaninoff für den „bedeutendsten Komponisten seiner Zeit“ hielt. Medtners Stil ist spätromantisch mit deutlicher Tendenz zu schwebenden impressionistischen Klangfarben.

Claude Debussy erreichte mit seinen 24 Préludes einen Höhepunkt der Klavierliteratur. Jedes einzelne dieser Préludes ist ein unverwechselbares Charakterstück. Kaum je ist unter Ausnützung aller Klangmittel und subtilster Verfeinerung der Nuancen eine solche Suggestion des poetischen Ausdrucks erreicht worden. Vier Stücke werden wir hören: Voiles, Le vent dans la pleine, Eccentric und Bruyères.

Franz Schuberts Impromptus sind lyrische Klavierstücke (zwei Sammlungen mit je vier Stücken) aus den letzten Lebensjahren des Komponisten. Das 2. Impromptu in Es-Dur (1. Serie) wird von schnellen Achtel-Triolen beherrscht, es klingt überraschend in es-Moll aus und leitet damit hinüber zum dritten Impromptu in Ges-Dur, ein ruhiger und berückender, an ein Nocturne erinnernder Gesang.

Eines der bedeutendsten und gewichtigsten Klavierwerke Rachmaninows ist die 2. Klaviersonate in b-Moll von 1913. Unzufrieden mit der Länge und dem dichten Klaviersatz dieser Sonate, nahm der krankhaft selbstkritische Rachmaninow 1931 zahlreiche Kürzungen und „Verschlankungen“ vor. Überzeugt von der ursprünglichen Kraft der ersten Fassung hat sich Borisov für diese Urfassung entschieden.

Dr. Harlad Roth
Fr 13.11.2026 20.00 Uhr

Christoph Prégardien Tenor

Yaara Tal Klavier

  • Franz Schubert
    Fischerweise D. 881
    Die Forelle  D. 550
    Auf dem Wasser zu singen D. 774
    Das Fischermädchen D. 957,10
    Des Fischers Liebesglück D. 922
    Ständchen D. 957,4
    An Silvia D. 891
    Alinde D. 904
    Die Mutter Erde D. 788
    Totengräbers Heimwehe D. 842
    Wanderers Nachtlied
  • Gustaf Mahler
    Lieder eines fahrenden Gesellen
    Wenn mein Schatz Hochzeit macht
    Ging heut’ Morgen über’s Feld
    Ich hab ein glühend Messer
    Die zwei blauen Augen
  • Franz Liszt
    Freudvoll und leidvoll
    Der du von dem Himmel bist
    Es war ein König in Thule
    Im Rhein, im schönen Strome
    Die Lorelei

Tickets sind hier erhältlich

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